Ein neues Praktikumsformat ist das sogenannte Kernpraktikum (I + II) im 2. und 3. Semester des Master-Studiums. Der Arbeitsaufwand beträgt ein Viertel des Arbeitsaufwandes für den „Master of Education“. Durchgeführt und entwickelt wird das KP in Kooperation von Universität und Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI). Die organisatorische Begleitung, insbesondere die Schulzuteilung, verantwortet das ZLH.
Das KP orientiert sich in Theorie und Praxis an den individuellen Unterrichtsfächern und Schwerpunkten der Studierenden. Das sind:
· im LAGym beide Unterrichtsfächer
· im LAPS eines der beiden Unterrichtsfächer in KP I sowie der gewählte Lernbereich1 der Primarstufe oder das fachdidaktische Grundlagenstudium Sprache bzw. Mathematik in KP II
· im LAS das Unterrichtsfach in KP I sowie der Förderschwerpunkt in KP II.
Das KP wird von einer gemeinsamen Auftakt- und Schlussveranstaltung mit den Beteiligten der Universität sowie des LI umrahmt. Das KP setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen (”Bändern”) zusammen. Die Studierenden durchlaufen ihr KP in einem Tandem, i.d.R. zu zweit.
Schulband: Dieses besteht aus einem semesterbegleitenden Tag pro Woche (Dienstag oder Mittwoch) und einem abschließenden vier- bzw. fünfwöchigen Blockpraktikum in der vorlesungsfreien Zeit. Im Sommersemester sollen die Studierenden 15 bis 20 Unterrichtsstunden unter Anleitung gestalten, im Wintersemester 15 Unterrichtsstunden. Es ist in Absprache mit der Schule dafür Sorge zu tragen, dass sich die Aktivitäten über den gesamten Zeitraum der Schulpraxis verteilen. Die Studierenden sind angehalten, sowohl den einen Tag in der Woche (Praxistag) während des Semesters als auch die 25(20) Tage im Block in der Schule zu arbeiten. Wesentliche Ziele der Praxisphase sind das Kennenlernen des Systems Schule, das zielgerichtete Beobachten von Unterricht sowie das Erreichen von Grundfertigkeiten in Planung, Durchführung und Evaluierung von Unterricht. Die Schulen stellen qualifizierte Mentorinnen und Mentoren als Begleitung zur Verfügung. Am Ende des Mentoriats steht ein Auswertungsgespräch. In den meisten Schulen koordinieren Ausbildungsbeauftragte den Einsatz der Praktikantinnen und Praktikanten, sie dienen als erste Ansprechpartnerinnen bzw. -partner. Im Sommersemester absolvieren alle Studierenden das Praktikum in der Sekundarstufe II einer Stadtteilschule bzw. eines Gymnasiums, im Wintersemester hingegen schulformspezifisch in der Sekundarstufe II einer Stadtteilschule bzw. eines Gymnasiums (LAGym) oder an einer Grundschule (LAPS) oder an einer tradierten Sonderschule bzw. einer Inklusiven Schule (LAS).
Reflexionsband: Die begleitenden Veranstaltungen dieses Bandes fokussieren auf die Erfahrungsbereiche „Unterricht“, „Schulsystem“ und „Berufsrolle“. Die Erfahrungen in der Schulpraxis werden in diesen nach Fächern und Schulformen gemischten Gruppen an zehn Terminen kritisch-konstruktiv hinterfragt und exemplarisch aufgearbeitet. Darüber hinaus finden Kleingruppenhospitationen in den Schulen statt. Verantwortlich durchgeführt werden die Veranstaltungen von Seminarleitungen des LI. Ein weiteres Element der Reflexion bildet das sogenannte fachdidaktische Zusatzangebot. Dieses wird in Kooperation mit den Dozentinnen und Dozenten der Begleitseminare durchgeführt und ist durch seminaristische Arbeit und Kleingruppenhospitationen gekennzeichnet. Zusätzlich werden für die Studierenden Angebote zur Supervision bereitgestellt.
Wissenschaftsbezogenes Angebot/Begleitseminar: Die Universität bietet Begleitseminare (2 SWS) zur Fachdidaktik der Unterrichtsfächer an. Das Begleitseminar ist dabei maßgebend für die Ausrichtung des jeweiligen KP-Teils. Alle Studierenden absolvieren das KP I nach einem ihrer Unterrichtsfächer gemeinsam. Im KP II steht für das LAPS die Grundschulpädagogik im Mittelpunkt, im LAS die allgemeine und förderbereichsspezifische behindertenpädagogische Diagnostik. Die Dozentin bzw. der Dozent wird jede Studierende/jeden Studierenden mindestens einmal in der Schule besuchen.
Modulprüfung: Die abschließenden Modulprüfungen (in KP I und II) werden in Verantwortung der Universität durchgeführt. Eine Grundlage für die Modulprüfung kann das zu führende Portfolio sein. Ein verpflichtender Teil im Portfolio für LAGym- und LAPS-Studierende ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Mehrsprachigkeit/Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Studierende des LAS nehmen an einem Blockseminar (1 SWS) mit Bezug zum Förderschwerpunkt (FSP) teil.
Die wesentlichen Ziele des Kernpraktikums sind durch die Modulbeschreibung der Universität beschrieben:
· Vertiefte Kenntnisse des Systems “Schule” (Strukturen, Einrichtungen, Funktionen, Gremien)
· Vertiefte Kenntnisse der Bildungspläne eines ihrer Unterrichtsfächer und Wissen um die Bedeutung von Bildungsplänen für die Gestaltung und Bewertung von Unterrichtsabläufen
· Fähigkeit, Unterricht in diesem Unterrichtsfach zielgerichtet zu beobachten und kriteriengeleitet auszuwerten
· Diagnostische Kompetenzen, d.h. in diesem Unterrichtsfach die Fähigkeit, Stärken und Schwächen ihrer Schülerinnen und Schüler zu erkennen und Lernfortschritte zu beurteilen
· Kompetenzen zur Individualisierung, d.h. Lernen in diesem Unterrichtsfach durch die Berücksichtigung unterschiedlicher Formen des Lernens und eine starke Betonung des eigenverantwortlichen Arbeitens der Schülerinnen und Schüler zu motivieren und zu unterstützen
· Grundfähigkeit in der Planung und Durchführung von Unterrichtsstunden und -sequenzen in diesem Unterrichtsfach sowie bei der Verknüpfung fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Aspekte von Unterrichtsthemen und der Auswahl angemessener Methoden, Arbeitsformen und Medien
· Fähigkeit, eigene Forschungsfragen zu Schule und Unterricht in diesem Fach zu entwickeln und zu bearbeiten
· Grundfertigkeit bei der Anwendung von Methoden zur Sicherung und Evaluierung des Lernerfolges und zur Überprüfung der Qualität des eigenen Lehrens in diesem Fach.
Im KP II des Lehramts an Sonderschulen sind darüber hinaus folgende Ziele formuliert:
· Vertiefte Kenntnisse des Systems Schule und Umgang mit sonderpädagogischem Förderbedarf allgemein und vertieft im gewählten Förderschwerpunkt (Strukturen, Einrichtungen, insbesondere regionale und überregionale Förderzentren, Funktionen, Gremien, Rechtsvorschriften, Partner) unter dem Leitziel einer inklusiven Schule unter den Bedingungen der bundesdeutschen Kultushoheit
· Fähigkeit, im Unterricht in dem gewählten Förderschwerpunkt ggf. das Zusammenwirken von (medizinisch) therapeutischen und behindertenpädagogischen Ansätzen analysieren und gestalten zu können
· Erwerb der Kompetenz, einen empirischen Zugang zur Analyse der Gestaltung der Teilhabe an Bildung für Kinder mit (einem spezifischen) sonderpädagogischen Förderbedarf in einem der Handlungsfelder zu konzipieren, durchzuführen und handlungsleitend auszuwerten, in unterschiedlichen Formen (Portfolioarbeit, Hausarbeiten etc.) festzuhalten sowie im Rahmen eines Kolloquiums kritisch reflektierend zu verteidigen
· Erwerb erster spezifischer Beratungskompetenz im Zusammenhang mit möglichen Handlungsfeldern.
Im Folgenden finden Sie eine schematische Darstellung des KP im Hinblick auf Präsenzzeiten und Zuständigkeiten:
Leistungspunktverteilung
Kernpraktikum I (Sommersemester):
1 LP - Rahmenveranstaltung
8 LP - Schulpraxis
1 LP - Reflexionsband
3 LP - Wissenschaftsbezogenes Angebot
2 LP - Modulprüfung
Kernpraktikum II (Wintersemester):
7 LP - Schulpraxis
1 LP - Reflexionsband
3 LP - Wissenschaftsbezogenes Angebot (Begleitseminar)
1 LP - DaZ (LAPS, LAGym) bzw. Blockseminar zum Förderschwerpunkt (LAS)
3 LP - Modulprüfung
1 Lernbereiche im LAPS: Kunst, Sport, Musik, Darstellendes Spiel (DSP), Sachunterricht, Religion, Englisch
Stand: Oktober 2011







