Praxisphasen: Lehramt an Beruflichen Schulen (LAB)

Im Laufe der universitären Ausbildung treten Sie innerhalb von drei Modulen mit der Praxis – der Schule – in Kontakt.

a) in der Praxisorientierten Einführung (PE) während des Bachelor-Studiums
b) im Orientierungspraktikum während des Bachelor-Studiums
c) im Kernpraktikum (KP) während des Master-Studiums.

 bild-3.png

a) Praxisorientierte Einführung
Die Studierenden absolvieren die PE i. d. R. im ersten Semester ihres BA-Studiums als Teil des Moduls „Orientierung im berufs- und wirtschaftspädagogischen Studium“. Ein wesentliches Ziel der PE ist es, dass die Studierenden die Anforderungen an Berufs- und Wirtschaftspädagogen in verschiedenen Praxisfeldern sowie die Heterogenität der Zielgruppen beruflicher Bildung und die damit verbundenen pädagogischen Anforderungen kennen lernen, um vor diesem Hintergrund ihre eigenen beruflichen Interessen und Potenziale zu erkennen und hieraus Konsequenzen für den eigenen Professionalisierungsprozess und die individuelle Studiengestaltung zu ziehen.

Damit die Studierenden eine Orientierung über verschiedene berufs- und wirtschaftspädagogische Arbeitsfelder und Bildungskonzepte erhalten, werden im Rahmen dieser Lehrveranstaltung Hospitationen in unterschiedlichen Institutionen beruflicher Bildung durchgeführt. Die Seminararbeit in der PE knüpft damit durch geeignete Praxiskontakte zu verschiedenen berufs- und wirtschaftspädagogischen Aus- und Weiterbildungseinrichtungen einerseits gezielt an vorgeplante Hospitationserfahrungen, aber auch an bereits vorhandene Schul- und Berufserfahrungen der Studienanfänger und Studienanfängerinnen an. Andererseits wird durch systematische Vor- und Nachbereitung der jeweiligen Hospitationen ein Perspektivenwechsel von der Vorstellungswelt voruniversitärer Alltagserfahrungen hin zum beginnenden Versuch ihrer theoriegeleiteten Analyse angestoßen.

b) Orientierungspraktikum
Das Orientierungspraktikum findet im zweiten Semester des BA-Studiums statt und ist eingebettet in das Modul “Erkundung im berufs- und wirtschaftspädagogischen Praxisfeld”, das sich über das zweite und dritte Semester des BA-Studiums erstreckt. Das Praktikum wird durch ein Seminar zur beruflichen Sozialisation vorbereitet, das Sie im zweiten Semester besuchen.Inhalt des Vorbereitungsseminars ist sowohl Sozialisation von Jugendlichen in der beruflichen Bildung als auch die der Studierenden durch Ihren Beruf sowie als Lehrer/in. Das anschließend in der vorlesungsfreien Zeit zu absolvierende vierwöchige Orientierungspraktikum an einer beruflichen Schule (vor den Schul-Herbstferien) soll eine reflexive Auseinandersetzung mit der Lehrerarbeit und der eigenen Berufswahl anbahnen. Vorrangiges Ziel des Praktikums ist, dass sich die Praktikanten das spätere berufliche Arbeitsfeld, in dem Lehrende an beruflichen Schulen arbeiten, in seiner Vielfalt erschließen und sich über die Institution Schule informieren.

Im dritten Semester werden die Erfahrungen aus dem Praktikum in einem Seminar ausgewertet. Die Praktikanten verbringen 3 bis 4 Tage (mit 10 bis 12 Stunden) pro Woche an der Schule. Während des gesamten Zeitraums sind insgesamt 2 Stunden eigenen Unterrichts in der jeweiligen beruflichen Fachrichtung vorgesehen.

Die Suche des Praktikumsplatzes erfolgt selbständig durch die Studierenden. Als Praktikumsschule kommen alle beruflichen Schulen in und außerhalb Hamburgs in Frage.

c) Kernpraktikum

Kernpraktikum - Lehramt an Beruflichen Schulen

Im Rahmen des Masterstudiums nimmt das Kernpraktikum eine Schlüsselposition ein. Das Kernpraktikum umfasst insgesamt 30 Leistungspunkte (Volumen eines ganzen Semesters). Das von der Universität und dem Landesinstitut gemeinsam entwickelte und begleitete Kernpraktikum erstreckt sich über das zweite und dritte Semester des Masterstudiums. Zentraler Lernort im Rahmen des Kernpraktikums ist eine berufliche Schule in Hamburg im Berufsfeld der jeweiligen beruflichen Fachrichtung.

Das Kernpraktikum gliedert sich in vier parallel verlaufende und sich über die gesamte Dauer des Praktikums erstreckende „Bänder“, es ist in 2 Module geteilt:

  • Ein Modul umfasst das Schulband sowie ein begleitendes Reflexionsband.
    Das Schulband bildet das Zentrum des Kernpraktikums, im Umfang von 15 LP (450 Stunden) sind die Studierenden in Tandems an einer beruflichen Schule in Hamburg. Die Schulen stellen besonders geschulte Mentorinnen und Mentoren als Begleiter für die Studierenden zur Verfügung. Die Betreuung umfasst Hospitationen im Unterricht und die Teilnahme am Alltag in der Schule. Durch die aktive Teilnahme an der Schulpraxis erfolgt eine erste reflektierte Routinebildung im Handlungsfeld Unterricht und im System Schule.
    Das Reflexionsband dient der reflexiven Begleitung und der Auswertung der Praktikumserfahrungen. In einer konstanten Austauschgruppe werden die Studierenden durch ein Kollegenteam aus der Universität und dem Landesinstitut begleitet. Zentrales Instrument ist hier das Portfolio.
  • Ein zweites Modul umfasst das Seminarband und das Projektband.
    Das Projektband bildet den Schwerpunkt forschungsbezogener Aktivitäten im Kernpraktikum und ist damit auf forschendes Lernen fokussiert. Die Studierenden sollen sich mit gehaltvollen Problemen pädagogischer Praxis theoriegeleitet auseinandersetzen, Forschungsfragen auf der Grundlage vorwiegend empirischer (qualitativer wie quantitativer) Forschungsmethoden systematisch bearbeiten und die Ergebnisse in angemessener Form darstellen und vertreten.
    Die Angebote im Seminarband werden schwerpunktmäßig vom Landesinstitut verantwortet und werden von den Studierenden vor dem Hintergrund der erlebten Schul- und Unterrichtspraxis nach Bedarf angewählt. Sie beziehen sich auf ausgewählte pädagogische und didaktische Themen.

Das KP schließt mit einer Modulprüfung ab, Grundlage ist ein ausbildungsbegleitendes Portfolio. Die Modulprüfung wird in Verantwortung der Universität durchgeführt. Gegebenenfalls wird zusätzlich eine Blockveranstaltung nach der Praxisphase angeboten.

Im Folgenden finden Sie eine schematische Darstellung des KP im Hinblick auf Präsenzzeiten, Zuständigkeiten und der Verteilung der LP:

 

Stand: August 2010