Im Laufe der universitären Ausbildung treten Sie innerhalb von vier Modulen mit der Praxis – der Schule – in Kontakt:
a) in der Praxisorientierten Einführung (PE) während des Bachelor-Studiums
b) im Erkundungspraktikum während des Bachelor-Studiums
c) im Integrierten Schulpraktikum (ISP) während des Bachelor-Studiums
d) im Kernpraktikum (KP) während des Master-Studiums.
a) Praxisbezogene Einführung (PE):
Die PE beginnt im 1. BA-Semester im Rahmen des Moduls „Grundlagen der Erziehungswissenschaft“ und endet im 2. BA-Semester mit der Nachbereitung.
Ziel der PE ist es Studienanfängerinnen und Studienanfänger bei der Entwicklung von Fragestellungen zu unterstützen, die als Anknüpfungspunkte für einen „roten Faden“ durch das Studium dienen können. Die Studierenden erhalten dabei die Chance, ihr bisheriges Wissen über Schule aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Der Praxisbezug besteht nicht in einer Einübung pädagogischer Berufstätigkeit, sondern vielmehr darin, eigene Erfahrungen und Beobachtungen in einem pädagogischen Praxisfeld so mit ausgewählten erziehungswissenschaftlichen Theorien in Beziehung zu bringen, dass daraus ein fruchtbares Spannungsverhältnis im Blick auf das weitere Studium entstehen kann.
Die PE wird grundsätzlich in Kooperation mit und in der Schule durchgeführt. I. d. R. werden mindestens zwei Sitzungen für Schul- und Unterrichtshospitationen genutzt, in denen die Studierenden einen ganzen Tag lang eine Lehrperson im Unterricht und im sonstigen Schulalltag begleiten.
b) Erkundungspraktikum:
Das Erkundungspraktikum findet im 2. BA-Semester im Rahmen des Moduls „Unterricht bei Beeinträchtigungen des Lernens, der Sprache und des Verhaltens“ (2./3. BA-Semester) statt.
Ziel des Erkundungspraktikums ist zum einen die vertiefte Orientierung im beruflichen Feld: Kontakte mit dem Berufsfeld dienen den Studierenden zur Entscheidungshilfe bei der Frage, ob ihr Interesse am Lehrerberuf bzw. an dessen sonderpädagogischer Ausprägung mit den beobachtbaren schulischen und gesellschaftlichen Bedingungen von Lehrerarbeit in Einklang zu bringen ist. Sie sollen dadurch in die Lage versetzt werden, sich bewusst und begründet für diesen Beruf bzw. die Sonderpädagogik zu entscheiden. Sie werden im Praktikum Unterrichtsangebote für Schülerinnen und Schüler mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf aus mindestens einem der Bereiche Beeinträchtigung der sprachlichen Entwicklung, Beeinträchtigung der emotional‐sozialen Entwicklung oder Beeinträchtigung des Lernens kennenlernen. Zum anderen wird die Fähigkeit vermittelt, Schülerinnen und Schüler sowie Unterricht und Schule theoretisch angeleitet zu beobachten. Kriterien der Beobachtung dabei sind z. B.: Gestaltung der Lernumgebung, Umgang mit Heterogenität, Differenzierungsangebote. Das Erkundungspraktikum dient der Erarbeitung didaktisch begründeter Reflexionskriterien für die Beurteilung von Lehr‐Lern‐Situationen. Zudem werden erste Erfahrung in der unterrichtsbegleitenden Unterstützung einzelner Schülerinnen und Schüler gesammelt.
Das Praktikum findet in der Vorlesungszeit parallel zu einem Begleitseminar statt, damit in diesem über die im Unterricht gewonnenen Eindrücke gesprochen werden kann. Das heißt, die Studierenden werden 14 x 4 Stunden (insgesamt ca. 56) Stunden hospitieren. Es kann in Förderschulen, Sprachheilschulen oder an allgemeinen Schulen in Integrationsklassen bzw. integrativen Regelklassen absolviert werden.
c) Integriertes Schulpraktikum (ISP):
Das ISP-Modul findet im 5. Semester des BA-Studiums statt. Es wird gemeinsam für Studierende der Lehrämter der allgemeinbildenden Schulen und Sonderschulen durchgeführt. Konzeptionelle Leitlinie ist die Integration behinderter Schülerinnen und Schüler in allgemeinbildende Schulen bzw. die Fortentwicklung zu einer inklusiven Schule und dem sich daraus ergebenden weiteren Tätigkeitsfeld für Sonderschul-Lehrkräfte.
Dieses Praktikumsformat umfasst ein vorbereitendes Seminar (im WiSe), ein vierwöchiges Praktikum (vor den Märzferien) mit bis zu 10 Stunden eigenen Unterrichts und ein nachbereitendes Seminar (i. d. R. im April/Mai).
Das ISP ist kurz vor der letztendlichen Entscheidung der Studierenden für die weitere Verfolgung des Berufsziels „Lehrer“ durch Aufnahmen eines lehramtsbezogenen Masterstudiengangs platziert und bietet daher auch Gelegenheit, den Berufswunsch zu festigen oder gegebenenfalls zu korrigieren.
Im Konzept dieses Moduls ist daher die intensive Auseinandersetzung mit der persönlichen Berufseignung institutionell verankert worden. In die Modulbeschreibung wurde als Element zur Eignungsreflexion ein verbindliches Auswertungsgespräch auf der Grundlage einer Selbst- und Fremdeinschätzung aufgenommen. Dieses Beratungsgespräch wird von qualifizierten schulischen Mentorinnen und Mentoren mit den Studierenden geführt.
Link zur Selbsteinschätzung “Fit für den Lehrerberuf” (www.dbb.de) [Die im Seminar genutzte Version ist eine spezielle Weiterentwicklung für die Eignungsreflexion im Rahmen des Praktikums]
d) Kernpraktikum (KP):
Das KP ist ein neuentwickeltes Praktikumsformat im Rahmen der lehramtsbezogenen Masterstudiengänge in Hamburg. Es wird in konzeptioneller und institutioneller Kooperation der Universität und des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) durchgeführt. Ziele des KP: Organisation und Begleitung des KP ermöglichen den Studierenden Erfahrungen in der Schule und deren Reflexion vor allem in Bezug auf das System (Einzelschule, Schulformen, Fächer), den Unterricht (fachlich, Lerngruppen, Lernen/Diagnostik) und die eigene Berufsrolle (Habitus, Anforderungen, Lehrerrolle).Strukturen und Organisation des KP: Das KP wird im 2. und 3. Semester des Masterstudiums in einem Umfang von 30 Leistungspunkten (LP) durchgeführt. Es teilt sich in drei „Bänder“ sowie Modulprüfungen:
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Schulband: Im Umfang von 15 LP (450 Stunden) sind die Studierenden in Tandems an einer Schule. Die Schulen stellen besonders geschulte Mentorinnen und Mentoren als Begleiter für die Studierenden zur Verfügung. Die Betreuung umfasst Hospitationen im Unterricht und die Teilnahme am Alltag in der Schule. Durch die aktive Teilnahme an der Schulpraxis erfolgt eine erste reflektierte Routinebildung im Handlungsfeld Unterricht und im System Schule.
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Reflexionsband: Im Reflexionsband arbeiten Studierende verschiedener Fachrichtungen. Die eingeschlossene Einführungsveranstaltung findet vor Vorlesungsbeginn statt und wird von Vertretern der Universität sowie des LI durchgeführt. Das Reflexionsband wird verantwortlich von Hauptseminar- oder Fachseminarleitern (aus dem Referendariat) durchgeführt. Die erlebte Schulpraxis wird im Rahmen des Reflexionsbandes kritisch-konstruktiv hinterfragt und aufgearbeitet. Darüber hinaus werden vom LI fakultativ Angebote zur Supervision und zum Lehrertraining angeboten. Zusätzlich finden Kleingruppenhospitationen in den Schulen statt, dabei werden auch eigene Einstellungen, Kompetenzen und Entwicklungsbedarfe ausgelotet.
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Wissenschaftsbezogenes Angebot: In Verantwortung der Universität werden Begleitseminare im 2. MA-Semester (SoSe) mit Fokus auf die Fachdidaktik des jeweiligen Unterrichtsfaches angeboten. Das KP wird an dieser Stelle zusammen mit Studierenden der allgemeinbildenden Lehrämter an einer allgemeinbildenden Schule absolviert. Im 3. MA-Semester (WiSe) ist der Fokus des Begleitseminars auf den sonderpädagogischen Förderschwerpunkt gelegt. Das KP findet daher an einer Sonderschule statt.
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Modulprüfung: Grundlage für die Modulprüfung ist ein ausbildungsbegleitendes Portfolio. Die Modulprüfung wird in Verantwortung der Universität durchgeführt. Gegebenenfalls wird zusätzlich eine Blockveranstaltung nach der Praxisphase angeboten.
Im Folgenden finden Sie eine schematische Darstellung des KP im Hinblick auf Präsenzzeiten, Zuständigkeiten und der Verteilung der LP:
Stand: August 2010








