Zentrum für Lehrkräftebildung feiert 20-jähriges Bestehen
1. Juli 2026
Das Zentrum für Lehrkräftebildung Hamburg (ZLH) koordiniert seit 20 Jahren institutionsübergreifend die Hamburger Lehramtsstudiengänge. Bei einer Feier am 25. Juni 2026 wurde die prägende Rolle des ZLH gewürdigt und es wurden neue Ansätze für die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis diskutiert.

Foto: ZLH
v.l.n.r: Prof. Dr. Susanne Rupp, Sascha Tigges, Prof i.R. Dr. Eva Arnold, Prof. Dr. Claus Krieger und Carola Heffenmenger
„Das Zentrum für Lehrkräftebildung Hamburg hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten – und insbesondere in den bewegten Zeiten der Reform der Lehramtsstudiengänge – einen wichtigen Beitrag zur qualitativen Lehrkräfteausbildung in Hamburg geleistet. Mit großem Engagement, Beharrlichkeit und fachlicher Expertise hat das ZLH die Ausbildung und Professionalisierung angehender Lehrkräfte maßgeblich unterstützt und begleitet.“ Mit diesen Worten gratulierte Landesschulrat Thorsten Altenburg-Hack (BSFB) zum 20-jährigen Bestehen in der Aula des Landesinstituts am 25.06.2026. Während in den zurückliegenden Jahren im Zusammenhang mit erhöhtem Lehrkräftebedarf oftmals quantitative Überlegungen leitend waren, richtet sich die Aufmerksamkeit aktuell stärker auf Fragen der Qualitätssteigerung in der Ausbildung in Studium und Vorbereitungsdienst.
Die Leiterinnen des ZLH, Carola Heffenmenger und Prof. Dr. Susanne Rupp, wünschen sich einen zukünftig offenen Dialog darüber, welche Rolle die UHH und die an der Lehrkräftebildung beteiligten Hochschulen in der (modularisierten) Qualifizierung von bereits erfahrenen Lehrkräften einnehmen könnten. Zum Beispiel wenn es um den Erwerb eines Bedarfsfaches im MINT-Bereich oder den Gewerblich-Technischen Fachrichtungen geht.
„Lehrkräftebildung ist und bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe; mittendrin steht das Zentrum für Lehrkräftebildung Hamburg, in dem die Fäden zusammenlaufen“, sagte der Dekan der Fakultät für Erziehungswissenschaft Prof. Dr. Claus Krieger.
Beim Round Table mit den ehemaligen Leitungen des ZLH Sascha Tigges und Prof. i.R. Dr. Eva Arnold, sowie Claus Krieger und den beiden Leiterinnen des ZLH wurde die zentrale Rolle der Sozietäten für die 30 Fächer im Lehramt hervorgehoben. Die Sozietäten tragen maßgeblich zur Entwicklung und dem Dialog zwischen Fachdidaktik, Fachwissenschaft sowie dem Übergang in den Vorbereitungs- und Schuldienst bei. Sascha Tigges hob die veränderte Struktur des ZLH im Jahr 2015 hervor – insbesondere durch die Besetzung der universitären ZLH Leitung mit Eva Arnold in der Doppelfunktion als Dekanin der Erziehungswissenschaft. Claus Krieger lobte zudem die Errungenschaften, darunter die erfolgreich umgesetzte Reform der Lehrkräftebildung: die dazugehörige Drucksache wurde ohne Gegenstimmen in der Bürgerschaft angenommen. Das bundesweite Interesse an der Governance des ZLH sei, so Eva Arnold auch aktuell mit 30 beteiligten Fächern und 5 Studiengängen wie auch 9.000 Praktikumsplätzen (aus den letzten 5 Jahren) besonders hoch.
Zu den besonders herausfordernden Aufgaben der vergangenen Jahre zählten die Erarbeitung eines Qualitätsmanagementsystems im Lehramt sowie die Reform der Lehramtsstudiengänge. Luft nach oben gebe es außerdem beim Transfer von Innovationen in der Lehrkräftebildung; auch die Entwicklung der Sonderpädagogik lasse sich bei knapper finanzieller Lage nur durch den bereits früh gestärkten Dialog mit der Behörde weiterentwickeln. Die universitäre Leitung des ZLH Susanne Rupp beschreibt die Arbeit in der Hamburger Lehrkräftebildung als ‚atmendes System‘: Reformen lösen jeweils weitere Reformen aus, und die raschen Entwicklungen im Feld erfordern Flexibilität und Anpassungsbereitschaft. Das ZLH - wie die gesamte Lehrkräftebildung – richtet daher weiterhin den Blick auf aktuelle Schwerpunkte, wie etwa Demokratiebildung sowie die Twin Transformation in der Verbindung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit und Herausforderungen, wie der volatilen demografischen Entwicklung.